euro 5
23 September 2024
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9min

Die EURO 5-Norm –  was sollten Sie darüber wissen?

Die EURO-Normen, die u. a. den Ausstoß von Stickoxiden und Partikeln begrenzen, waren eine Notwendigkeit, auch wenn sie nicht von allen geliebt werden. Diese Vorschriften haben die Automobilhersteller gezwungen, bessere und umweltfreundlichere Lösungen zu finden. Was hat die EURO-5-Norm gebracht?

 

Seit wann gibt es die EURO 5-Norm?

Die ersten Abgasnormen – damals noch unter der Bezeichnung R49-Verordnung – wurden bereits in den 80er Jahren des 20. Seitdem hat sich jedoch viel geändert. Auf dem Gebiet der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums wurden später immer strengere Normen eingeführt, darunter die EURO-5-Norm, die die zulässigen Grenzwerte für Partikel, Stickoxide, Kohlenmonoxide und Kohlenwasserstoffe noch einmal verändert hat.

Die Grundsätze der Verordnung wurden bereits im September 2009 verabschiedet, aber es dauerte noch anderthalb Jahre bis zur sogenannten vacatio legis. Der letzte Termin für das Inkrafttreten der Verordnung war der 1. Januar 2011 für Autos mit Benzin- und Dieselmotoren. Anfang Januar 2013 wurde die EURO-Abgasnorm zur sogenannten EURO 5b aktualisiert.

 

ACHTUNG

Für Motorräder und andere zwei- und dreirädrige Fahrzeuge gilt ab 2020 die EURO V-Norm, die zur Unterscheidung mit römischen Ziffern geschrieben wird.

 

Wie hoch ist der maximale Emissionswert für diese Norm?

Die EURO-5-Norm legt verschiedene zulässige Emissionswerte und den Gehalt an Partikeln, Kohlenmonoxid und Stickoxiden für Autos mit Benzin- und Dieselmotoren sowie für Motorräder fest. Sie zwang die Automobilhersteller zu Experimenten, um neue Lösungen zu finden – wie die Rückführung eines Teils der Emissionen aus dem Abgassystem in den Verbrennungsraum oder den Einsatz von SCR-Katalysatoren und die Verwendung von Kraftstoffzusätzen.

 

Die Grenzwerte der Abgasnorm EURO 5 für Pkw mit Benzinmotor:

  • CO: 1 g/km
  • HC: 0,1 g/km
  • NOx: 0,06 g/km
  • VOC: 0,068 g/km
  • PM: 0,005 g/km (für Fahrzeuge mit Benzin-Direkteinspritzung)

In Bezug auf die zulässigen Kohlenmonoxid- und Kohlenwasserstoffemissionen für Fahrzeuge mit Benzinmotor gibt es zwischen den Normen EURO 4 und 5 keine Unterschiede. Die Grenzwerte für Stickoxide wurden jedoch gesenkt. Die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) werden nun überprüft und erstmals auch der Partikelausstoß in Benzinmotoren untersucht.

 

Die Grenzwerte der Abgasnorm EURO 5 für Pkw mit Dieselmotor:

  • CO: 0,5 g/km
  • NOx: 0,18 g/km
  • HC+NOx: 0,23 g/km
  • PM: 0,005 g/km
  • Feinstaub: 6,0×10^11/km (gemessen seit Januar 2013)

Die zulässigen Grenzwerte für den Kohlenmonoxidausstoß in EURO 5 blieben unverändert. Der maximale Stickoxidausstoß sowie der Gesamtwert von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen wurden jedoch gesenkt. Die Partikelemissionen wurden deutlich – um das Fünffache – reduziert. Seit 2013 und der 5b-Norm werden sie auch quantitativ gemessen – praktisch kein Auto ohne Partikelfilter kann die Emissionskriterien mehr erfüllen.

 

 Für Motorräder und andere zwei- und dreirädrige Fahrzeuge:

  • CO: 1,0 g/km
  • HC: 0,1 g/km
  • NOx: 0,06 g/km
  • PM: 0,0045 g/km
  • NMHC: 0,068 g/km

 

Passt auf

Mit der Einführung der EURO V-Norm für Motorräder wurde eine neue Kategorie eingeführt – die Emissionen von Nichtmethan-Kohlenwasserstoffen (NMHC).

 

Die EURO 5-Norm und die Clean Transport Zone

Die Clean Transport Zones (SCT) sollen eine Lösung für den wachsenden Großteil der Schadstoffe – u. a. Feinstaub, aber auch andere Stoffe – sein, die sich vor allem in den Innenstädten ansammeln, wo die Luftbewegung besonders eingeschränkt ist. Das Einfahrtsverbot für Autos, die einen bestimmten Verbrennungsstandard nicht erfüllen, soll die Emissionen aus dem Verkehr begrenzen und so die Luftqualität verbessern. Daher war die EURO 5-Norm ein Schritt in Richtung dieses Ziels.

Wie im Artikel über die sauberen Transportzonen erläutert, wird die Einfahrt in die SCTs schrittweise eingeschränkt. Bis 2025 sind die sogenannten grünen Zonen für Autos verfügbar, die die Anforderungen der EURO4-Norm erfüllen. Fahrzeuge, die die Anforderungen der EURO5-Norm erfüllen, dürfen die sauberen Transportzonen bis 2030 befahren.

Es besteht also – formal – kein Grund zur Eile, auf herkömmliche Kraftstoffe und Verbrennungsmotoren, die die Kriterien der EURO 5-Norm erfüllen, zu verzichten. Unter Berücksichtigung der Schadstoffemissionen und des Umweltschutzes ist es jedoch besser, wenn ein Elektromotor den Verbrennungsmotor schneller verdrängt (natürlich unter der Voraussetzung, dass die zu seinem Antrieb verwendete Energie nicht aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt).

 

Welche Autos betrifft die EURO 5-Norm?

Die Norm EURO 4 betraf nicht nur Pkw und Motorräder, sondern auch Busse, Lkw und andere Fahrzeuge. Bei EURO 5 gab es eine gewisse Unterscheidung. Die „fünfte Version“ der gängigen Norm umfasst:

  • leichte Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge (gemäß Verordnung Nr. 715/2007),
  • zwei- und dreirädrige Fahrzeuge (gemäß Verordnung Nr. 168/2013).

Die EURO 5-Norm gilt daher für Personenkraftwagen (Kategorie M) mit Diesel- und Benzinmotoren, Motorräder und Dreiradfahrzeuge (Kategorie L) sowie leichte Nutzfahrzeuge (Kategorien N1 und N2). Für Lastkraftwagen und Busse wurden gesonderte Vorschriften erlassen, unter anderem aufgrund der Änderung der Art der Angabe der Schadstoffemissionen (nicht in Gramm pro Kilometer, wie bis dahin, sondern in Gramm pro Kilowattstunde).

 

Was ist SCR?

Immer strengere neue Normen zwangen die Hersteller, nach fortschrittlichen und umweltfreundlichen Lösungen zu suchen. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung des SCR-Systems in Fahrzeugen mit Dieselmotoren. Die Rolle des SCR (selektive katalytische Reduktion) besteht darin, den Ausstoß schädlicher Substanzen, in diesem Fall Stickoxide, zu begrenzen.

Wie funktioniert die selektive, katalytische Reduktion? Die AdBlue-Flüssigkeit wird unter Druck in den ersten Abschnitt des Abgassystems eingespritzt. Der darin enthaltene Harnstoff verwandelt sich unter Einwirkung hoher Temperaturen in Ammoniak, das in Gegenwart von Stickoxiden diese in Stickstoff und Wasser zerlegt – Produkte, die für die Umwelt völlig unbedenklich sind. Bei Dieselmotoren, die die EURO 5-Kriterien erfüllen, wurden die SCR-Katalysatoren noch nicht im Alltag eingesetzt. Die Verbreitung dieser Katalysatoren wurde durch die EURO 6-Norm beschleunigt, die einen deutlich geringeren Anteil von NOx in den Emissionen ermöglicht.

Diese Technologie ist nicht fehlerfrei – und ein mit SCR-Katalysatoren ausgestattetes Fahrzeug kann insbesondere im Winter Probleme verursachen (die AdBlue-Flüssigkeit gefriert bereits bei -11 °C). Jede Anomalie in der Systemleistung kann teure Reparaturen erforderlich machen und auch die Motorleistung kann beeinträchtigt werden.

 

Was ist EGR?

Eine weitere Möglichkeit – neben SCR und Partikelfiltern – zur Verbesserung der Emissionsparameter, die von den Fahrzeugherstellern verwendet wird, ist das EGR-System (Exhaust Gas Retention), dessen eines der Elemente das den Fahrern wohlbekannte EGR-Ventil ist. Es wird sowohl in Benzinmotoren (mit Fremdzündung) als auch in Dieselmotoren eingebaut – also unabhängig von der Art des verwendeten Kraftstoffs. Seine Aufgabe besteht darin, einen Teil der Emissionen in die Verbrennungskammer zurückzuleiten, anstatt in die Atmosphäre.

Die AGR-Ventile leiten einen Teil der Emissionen über einen speziellen Kühler zurück zum Ansaugsystem. Ihre Aufgabe besteht NICHT darin, die Emissionen „abzubrennen“, sondern darin, die Temperatur zu senken und die Verbrennung zu verlangsamen und zu beruhigen, was wiederum den Schadstoffausstoß reduziert.

Es gibt viele Fahrer, die bereit sind, den Motor vom AGR-Ventil zu befreien, aber das ist weder empfehlenswert (noch zulässig). Erstens hat das Vorhandensein eines funktionsfähigen Systems keinen Einfluss auf die Leistung des Autos. Es erhöht nicht den Kraftstoffverbrauch und verschlechtert nicht die Leistung.

Nachteile sind jedoch die Ablagerungen sowohl im AGR-System als auch in den Elementen des Partikelfilters. Das ist umso wichtiger, wenn das Auto häufig über kurze Strecken gefahren wird, da der Motor dann nicht gut aufheizt. Dies ist einer der Gründe, warum Dieselmotoren für Fahrer, die ausschließlich in der Stadt und fast nie über längere Strecken fahren, nicht zu empfehlen sind.

 

Die Zukunft der EURO 5-Norm

Die derzeit zugelassenen Autos müssen die Kriterien der EURO 6-Norm erfüllen. Es ist eine Frage der Zeit – eher früher als später – bis die EURO 7-Norm eingeführt wird, die einen weiteren Schritt zur Reduzierung der Emissionen von Partikeln und anderen Stoffen bedeuten würde. Experten zufolge bedeutet dies das baldige Ende der Verbrennungsmotoren. Die Autohersteller werden gezwungen sein, sie durch Elektroautos zu ersetzen. Was ist mit den Fahrzeugen, die zwischen 2001 und 2015 auf den Markt kamen und die Anforderungen der EURO 5-Norm erfüllen?

Ihre Nutzer müssen sich vorerst keine Sorgen machen. Solche Autos – mit Diesel- und Benzinmotoren – ausgestattet mit Partikelfiltern und Katalysatoren sowie anderen Lösungen, die die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt begrenzen – werden noch lange nicht „Opfer der Vorschriften“ sein. Fahrzeuge, die die Anforderungen der EURO 5-Norm erfüllen, dürfen bis 2030 sogar in den sauberen Verkehrszonen fahren.

 

 

GUT ZU WISSEN

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EURO 5-Norm: Strenge Emissionsstandards für saubere Fahrzeuge. Erfahren Sie mehr über Umweltfreundlichkeit und niedrigere Abgaswerte
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